Sonntag, 26. April 2015

Zur heiligen Erstkommunion

"Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!" 
(1 Kor 11,23-25)

Die Erstkommunion ist eine ganz besondere Feierlichkeit für jeden Katholiken. Zum ersten Mal empfängt ein Kind die heilige Kommunion, also den Leib Christi in Gestalt der Hostie. Die Erstkommunion ist neben der Taufe und der Firmung ein wichtiges Sakrament der Christwerdung. 
 
Für den Sohn meiner Cousine ist heute dieser ganz wichtige, besondere Tag...
 
Zu einem solch' besonderen Tag gehört natürlich auch eine ganz besondere Torte und so beschloss ich, eine zweistöckige Torte zu kreieren. Wochen vorher begann ich mit der Recherche, las unzählige Blogeinträge und Gruppenbeiträge, habe mir verschiedene Kommunionstorten angesehen und suchte mir die Vorlagen aus die am besten zu meinen Vorstellungen passten.
 
Das untere Stockwerk sollte richtig schön schokoladig werden: Ein Wunderkuchen mit Kakao und Schokosahne als Füllung. Das obere Stockwerk sollte fruchtig sein: Ein Wunderkuchen mit Himbeersirup und Vanillebuttercreme in Regenbogenfarben.
 
Das Rezept für den Wunderkuchen findet Ihr hier, für den Schokoladenkuchen habe ich fertigen Trinkkakao hinzugefügt. Für den Himbeerkuchen habe ich Himbeersirup genommen, den ich mit Wasser vermischt habe. Je nach Geschmack nehmt Ihr mehr Sirup oder eben mehr Wasser.
 
Die Rezepte für die Buttercreme habe ich von Ofenkieker.de und das Rezept für die Ganache ist von kochbar.de. Die Schokoladensahne findet Ihr bei chefkoch.de. Ihr seht also, dass ich viele verschiedene Internetseiten ausgewählt habe. Oft findet Ihr nicht alles auf einer Seite für Eure Torte und meistens gefällt einem auch nicht die gesamte Torte sondern nur ein Teil davon.
 
Bei den Mengen rechne ich meistens immer mit dem Doppelten. Oft geht mir was schief oder ein Kuchen geht nicht so schön auf wie der Andere. Ich bin dann immer noch flexibel.
 
Eine gute Planung und ein gutes Zeitmanagement wird auf jeden Fall benötigt. Geduld ist eine Tugend, über die ich noch nicht verfüge und auch hier zeigte sich mal wieder: Kein Meister fällt vom Himmel und ich muss noch sehr viel lernen!
 
Das Modellieren mit Fondant war überhaupt kein Problem. Ich habe ca. eine Woche vorher angefangen den Kelch, das Buch und das Kreuz zu modellieren. Die Figuren müssen gut aushärten, damit sie nicht wieder weich werden. 
 
Gestern habe ich die Kuchen gebacken, was größtenteils problemlos lief. Der Schokoladenkuchen ist wunderbar aufgegangen und war geschmacklich ein Traum! Da ich noch Kuchenreste habe werde ich mich morgen an Cakepops versuchen. Für die Regenbogenoptik habe ich mir diese Backformen gekauft. Leider habe ich nicht ganz bedacht, dass der Kuchen in dieser Form viel flacher ist und nicht so lange backen muss. Resultat: Die Seiten waren etwas krosser, was aber nicht weiter schlimm ist. In meinen Backofen passen vier der Formen, was für einen Kuchen auch auf jeden Fall ausreichend ist. Bei fünf Böden wird der Kuchen sehr hoch und ein Stück davon ist extrem mächtig.
 
Den Schokoladenkuchen mit der Schokosahne musste fondanttauglich gefüllt werden, da sich Flüssiges nicht besonders gut mit Fondant verträgt. Bei der Tortentante findet Ihr dazu eine wunderbare Anleitung und allgemein finden Anfänger hier ein Paradies. Ich sehr sehr viel bei der Tortentante und versuche alle Tipps und Tricks umzusetzen.
 
Heute kam dann das für mich Schwierigste: Das Eindecken mit Fondant. Einen Heulkrampf habe ich mir geleistet und danach improvisiert. Meine ganze geplante Optik war hin und ich musste mir spontan etwas neues ausdenken.
 
Bei dieser Torte habe ich den etwas teureren Fondant von satin-ice genommen, in der Hoffnung, dass er einfacher zu verarbeiten sei. Den Fondant habe ich hellblau gefärbt und dabei wohl zu viel Bäckerstärke eingearbeitet. Der Fondant wurde trocken und grieselig, ließ sich nicht mehr glatt ausrollen und schon gar nicht auf die Torte legen - für die Tonne! Erwärmen im Backofen, minutenlanges Kneten - nichts half! Ich habe dann auf das Färben verzichtet und den Fondant weiß gelassen. Das Ausrollen und Auflegen lief auch hier nicht problemlos, ich war aber froh, dass ich ihn auf der Torte hatte. Kaschieren kann man immer noch. 
 
Dies tat ich auch: Mit einem goldenen Band, was meiner Meinung unglaublich gut passt.
 
Das Untere Stockwerke habe ich gar nicht erst versucht mit Fondant zu ummanteln und ließ es mit der Ganache. Das Einstreichen mit der Ganache lief toll, nicht perfekt, aber wesentlich besser als mit der Buttercreme.
 
Alles in Allem musste ich wieder feststellen, dass zwar alles planbar ist, aber in der Realität dann doch anders kommt als gedacht. Ich habe viel improvisiert, viel verändert und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Trotz der vielen Makel bin ich extrem stolz, denn ich stehe noch komplett am Anfang meiner Reise. Trotz der vielen Rückschläge habe ich wieder etwas geschaffen, dass mir richtig gut gefällt und das ich stolz präsentieren kann.
 
Jetzt muss ich nur noch hoffen, dass sie dem Ehrenkind gefällt und den Gästen schmeckt. Denn auf die inneren Werte kommt es an...
 
Habt einen schönen Sonntag!
 
Eure Jessmyne